Die Sache mit dem Masochismus

Vor einigen Tagen las ich den hervorragenden Blogeintrag von der lieben “devoten Romantikerin” zum Thema ‘Masochistinnen’. Daraufhin hab ich mir den letzten Tagen immer mal wieder überlegt, wie das denn bei MIR ist. Warum ich wohl maso bin. Wie sehr. Was mich antreibt. Was mich durchhalten lässt.

Hmm. Warum ich so bin? Keine Ahnung. Ein einschneidendes Erlebnis, das irgendwie geprägt hätte, gab es nie, denke ich. Ich hänge eher der Theorie an, die besagt, dass bei manchen Menschen die meines Wissens sowieso schon dicht beeinanderliegenden Zentren für Lust und Schmerz im Gehirn irgendwie besser verkabelt sind als bei Menschen, denen diese Liebe für den Lustschmerz eben fehlt.

Wobei ich Schmerz ohne den Kontext der Lust nicht mag. Schmerz an sich gibt mir gar nichts. Erst wenn das Ganze in einer Ds-geprägten Situation geschieht, und eben geschieht, weil ER das so will, dann wird ein Schuh daraus. Die Gesamtsituation, das Gefühl des Aushalten-müssens, des Dienen-müssens, bzw des Dienen-wollens, muss stimmen.

Deshalb glaube ich auch, dass mich kein “Selbstzerstörungsgen” antreibt.

Sondern eher meine Geilheit, weil Schmerz und Lust zusammen eben eine explosive Mischung sind, die zu gewaltigen Orgasmen führen. Die einen süchtig nach mehr machen. Das gute alte vermaledeite Belohnungszentrum eben.

Und meine Neugier, wie weit der Geist den Körper pushen kann, wenn es kein Entkommen gibt.

Und das Gefühl des Stolzes, wenn man es wieder weiter geschafft hat, und noch tagelang von den Spuren zehren kann. Die einen an die Session erinnern, und wieder stolz und geil machen. So schließt sich der Kreis.

Die Triebfeder dahinter dürfte meine Devotheit sein. Ich will ihm gefallen. Ich will dass er befriedigt wird. Auch den Sadisten in ihm will ich befriedigen so gut ich kann. Ich will dass er stolz auf mich ist.

Diese Devotheit ist es auch, die mich versuchen lässt, noch vollends mit zusammengebissenen Zähnen durchzuhalten, auch wenn sich meine Masochistin – die seinem Sadisten wahrscheinlich nicht ebenbürtig ist und es vielleicht auch nie ganz sein wird – schon längst verabschiedet hat.

Obwohl ich gar nicht sicher bin, ob sie wirklich Tschüss gesagt hat. Denn auch wenn der Kopf “es reicht hör endlich auf das tut WEH du A****” schreit, so schwimme ich trotzdem fast weg. Das ist nicht wegzuleugnen. Also versteckt sich das kleine Miststück höchstwahrscheinlich nur irgendwo in der Nähe.

Und man muss ja nicht alles verstehen, schließlich.

 

 

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*Patsch*

*Patsch*!!! Mein Kopf dreht sich durch den Schlag zur Seite. Ich blinzele kurz, schließe die Augen wieder, und erwarte die nächste Ohrfeige. Sie tut weh, aber nicht übermäßig. Eher ein Brennen gefolgt von Wärme.

Trotzdem kommen mir die Tränen. Er streichelt mein Gesicht. Fährt mit seinen Fingern ganz leicht über meine Wangen, zart, liebevoll. Verteilt mit den Fingerspitzen die Tränen auf meiner sich rötenden Wange. Er nimmt sich Zeit. Erkundet mein Gesicht, beobachtet meine Reaktion.

Ich schmiege meine Wange in seine Handfläche. Mehr Tränen. Sie tropfen auf seine Brust, seinen Bauch. Er ist unter mir, in mir, bewegungslos, füllt mich aus, und hält meinen Kopf in seinen Händen.

Den Kopf, in dem sich die Gedanken überschlagen. Ins Gesicht schlagen. Wie kann ich etwas brauchen, das vermeintlich so falsch ist?

Seine Hand berührt nicht mehr meine Haut und ich weiß dass die nächste Ohrfeige sicher gleich k…*Patsch!!!* Mehr Tränen, mehr Zärtlichkeit, ….einfach mehr. Von all dem was ich brauche.

Bitte, mein Herr.

 

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Selbsternannte Polizisten

Ich lese sie immer wieder, die wütenden Tweets zum Thema “Tweetklau”, und die Streits darum, und die Empörung über vermeintliche Diebe.

Ich verstehe ja, dass einer es blöd findet, wenn ein anderer “seinen” Tweet übernimmt und postet. Vor allem, wenn derjenige damit “erfolgreicher” ist., d.h. mehr Herzchen kriegt. (Das dürfte auch der eigentliche Grund des Unmuts sein, oder? Seien wir doch mal ehrlich. Bei der Obsession mancher Leute auf Twitter, Faves zu kriegen. Man könnte meinen, das sei deren Lebenselexir)

Aber mal im Ernst Leute. Wenn es euch soooo stinkt, dass irgendeiner einen Tweet postet, den er irgendwo gelesen oder gefunden hat in den Weiten des www, von dem ihr glaubt dass das EURER war…. naja.

Ich beziehe mich jetzt mal auf Ds / bdsm als Beispiel, weil ich davon halt am meisten in der TL habe.

Wisst ihr, ich lese ungefähr die gleichen Weisheiten, Posts, Sprüche, auf deutsch und englisch, gefühlte dreihundertdrölfzig mal pro Woche, auf 300 Accounts. Mal mit Bildchen (wem gehören eigentlich die Pornopics, die alle Welt auf Twitter postet? Und haben die Leute, die sich so entrüstet über “Tweetklau” aufführen, eigentlich die Urheberrechte für die Pussies die sie da posten?) und mal ohne Bildchen. Mal mit gif (habt ihr den Produzenten und das Pornosternchen auch brav gefragt?) und mal ohne gif.

Hat sich da einer je die Mühe gemacht, herausbekommen zu wollen wem der “gehört”? (denn es steht normalerweise nix dabei). Also, ich hab mir die Mühe noch nie gemacht. Warum sollte ich auch. Interessiert mich nicht. Ich denke mir ziemlich viel von dem Kram, den ich poste, selber aus. Fast alles. Aber wenn mir ein Spruch gefällt, dann kopiere ich mir den und poste ihn irgendwann erneut. Der kann von einem BDSM-Therapeuten sein. Aus einem Buch. Von Tumblr oder fb nach Twitter gespült. Von de Sade. Was weiß ich denn.

Dafür an den Karren fahren lasse ich mir ganz bestimmt nicht. Und wer meinen Freunden bzw meinem Herrn dafür an den Karren fährt, der kriegt das auch mit.

Lächerlich wird es dann, wenn Dritte, die mit dem “dreisten Diebstahl” eines “Originaltweets” überhaupt nichts zu tun haben, anfangen, Twitterpozilei zu spielen und, oft zusammengerottet mit irgendwelchen Kumpels, den vermeintlichen Übeltäter mit Fackeln und Mistgabeln versuchen, durchs Dorf zu jagen.

Ähm…sonst geht’s aber noch gut? Woher wollen denn diese Hilfssheriffs wissen dass der Tweet von Twitter übernommen war? Vielleicht hat den der “Dieb” ja auf Tumblr, fb, oder über Schlagwortsuche auf Google gefunden. Er hat ihn gefunden. Er hat ihn gespeichert weil er ihm gefallen hat. Es stand kein Wasserzeichen drauf, und kein Copyright-c dabei. Und schwupps. Re-post.

Oh. Wie. Schlimm. Jemanden daraufhin durchs Onlinedorf zu treiben, empfinde ich als grenzwertig. Vor allem, wenn der Tweet dem Mistgabelschwinger selbst gar nicht “gehört”. (Für eine Urheberrechtsverletzung müsstet ihr erst mal nachweisen dass das euer Werk ist und ihr die Rechte daran habt. Viel Spass dabei, wenn ihr das bei jedem Tweet durchziehen wollt.) Vor allem wenn das Ganze dann noch durch unsachliche und provozierende Subtweets garniert wird. Wow. Echt dicke Eier. Chapeau.

Das hat was von den alten, unterbeschäftigten, unsympathischen Querulanten, die vom Küchenfenster aus in Wohnsiedlungen mit dem Schreibblock und dem Fotoapparat auf der Lauer nach Parksündern liegen, die sie als selbsternannter, verlängerter Arm des Gesetztes aufschreiben und anzeigen können.

Also, bei allem Verständnis dafür wenn man “seinen” Tweet, oder einen, der sehr ähnlich ist, bei jemand anderem entdeckt….

Es gibt da draußen Hunderte von Millionen Accounts. Und sehr sehr viele (fast) identische Ideen über die Jahre. Und naturgemäß viele viele (fast) identische Tweets.

Bei 99.3% der Tweets und Bilder auf meiner TL gibt es keinen “Besitzer”.

Vielleicht sollte sich nicht jeder für den hypertalentierten, einzigen Goethe des BDSM halten, nur weil er mal nen Tweet zum Thema losgelassen hat. Das würde auch schon helfen.

Das echte Leben spielt offline. Wer online lieber Leute jagt für Tweets, die ihn gar nix angehen, der hat deutlich zu viel Zeit.

Ach ja: ich habe nicht vor, meine Meinung zu diesem Thema bzw diesen Blogbeitrag zu diskutieren. Aber das musste jetzt mal raus, denn es nimmt überhand und ist unsäglich.

 

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Status Quo

So. Zeit für ein paar Gedankengänge.

Wo stehe ich in Bezug auf meine Beziehung? Bzw das BDSM- Element darin? Wie fühlt es sich an? Wie fühle ich mich dabei?

Gut. Sehr gut sogar.

Die üblichen Unsicherheiten sind natürlich immer da. Sonst wäre das ja nicht ICH. Die nölende Stimme im Kopf. Du bist zu dick, du hast Narben und Dehnungsstreifen usw und wie sollst du das verstecken wenn du nackt und gefesselt bist? Du bist ihm sicher zu mimimi mit deinem andauernden Mimimi. Du hast zu wenig Zeit für ihn mit deiner doofen Arbeit.

Usw usw usw usw….

Ich versuche, wie gehabt, der Stimme das Maul zu stopfen, und das klappt ganz gut. Geht ja eh alles in mir drin vor sich. Unsichtbar. Das gute alte “over thinking” halt. Darin bin ich nach wie vor Weltmeister.

Ansonsten? Ich genieße die Zeit bei bzw mit ihm. Die emotionale Nähe, die Gespräche, die Offenheit, die Abwesenheit von Druck und Erwartungshaltung.

Das Vertrauen.

Ich glaube auch zu bemerken dass er versucht, mich immer wenn wir uns sehen, erst mal aus meinem alltäglichen Hamsterrad rauszukriegen und zum Durchschnaufen zu bringen.

Dieses “reinrennen-ausziehen-los geht’s” gibt es nicht und das ist schön. Ich denke auch, er freut sich jedes Mal auf mich so wie ich mich auf ihn.

Und es ist schön, sich eben NICHT nur zum Spielen zu treffen. Dieser Teil ist zeitmäßig ehrlichgesagt meist der kleinste.

Aber auch dieser Teil ist super. 😉

Er macht das genau richtig. Beständig und durchaus fordernd aber ohne Brechstange. Zieht das durch was er möchte aber gibt mir Zeit mich daran zu gewöhnen. Er ist nicht auf der Flucht, und ich definitiv auch nicht. Es gibt keinen Zeitplan und der Weg soll das Ziel sein.

Ich weiß, dass er so ziemlich alles gesehen oder getan hat, was man sich vorstellen kann (oder sich gar nicht vorstellen will MIMIMI 😂), dass er auf Erniedrigungen steht, und dass der Sadist in ihm nicht grad winzig ist. Aber damit komm ich klar.

Weil…..VERTRAUEN eben.

Ich habe, wie der geneigte Twitterfollower mitbekommen haben könnte, ja kein Safeword. Und bin dem ausgeliefert, was er sich ausdenkt. Da gibt es kein Neinsagen und keine Liste mit irgendwelchen Limits, die ich vorbringen oder verlangen könnte. Mal abgesehen von ein paar Dingen die er einfach nicht mag. Und sie deshalb nicht tut. Und ich sie deshalb eben auch nicht tun muss.

DASS ich ihm vertrauen kann, war von Anfang an klar. Ich weiß noch dass er mich bei unserer ersten Session in seiner Wohnung zwar nicht gefesselt hat, aber mir doch die Arme von hinten an den Körper presste. Und seine Hände an meinem Hals waren und seitlich zudrückten. Panik? Angst? Fehlanzeige. Obwohl das gar nicht meine Art ist. Sondern das Gefühl dass ich ihm vertrauen konnte. Er hat mich auch auf die Sekunde genau dann aufgefangen als mir schwarz vor Augen wurde.

Eine tolle Erfahrung.

So wie er mit seiner ruhigen aber bestimmten Art meine Grenzen testet und beständig immer ein kleines bisschen verschiebt, bringt er mich langsam aber sicher dazu, Dinge zu tun, die ich nie nie nie tun wollte.

Und nicht nur das. Irgendwann macht es *klick* im Kopf und man fängt an, diese Dinge nicht mehr nur zu tun weil man eben eine gute brave Sub sein will, sondern sie ein klitzekleines bisschen zu mögen. Und irgendwann geil zu finden.

Genauso verhält es sich mit dem (Lust)Schmerz. Er achtet immer auf mich. Aber bringt mich auch fast jedes Mal an den Rand der Verzweiflung. Und ich hasse es wenn es so weh tut und ich es weder selbst stoppen noch nein sagen kann. Aber man will gefallen. Und dann arrangiert man sich damit dass es eben so kommt wie er das will. Und dann merkt man dass man stolz wie Oskar ist dass man sich durchgebissen hat. Und dann merkt man dass man sich paradoxerweise nach ein paar Tagen auf *mehr* freut.

Bei ihm. Für ihn. MIT ihm.

Obwohl man es ja hasst. Abgesehen davon dass man pitschnass wird davon.

Tja. Der Zuckerbrot- und -Peitsche – süchtig-mach-Dom-Trick. 😉 Es läuft, würde ich mal sagen.

Genau wie Erniedrigungen. Ohrfeigen. Anspucken. Die kleinen dezenten Schubser in Richtung NS.

Man fängt an, all das nicht mehr grausig zu finden. Oder vielleicht sogar zu mögen. Manches davon sogar sehr, in der jeweiligen Situation und mit durch Geilheit vernebelten Sinnen.

Aber nur gaaaanz insgeheim. Natürlich. 😂

 

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50 Shades of leben lassen

Neulich hab ich eine ellenlange Reportage über den BDSM-Hype, den FSOG ausgelöst hat, und über die Fans der Bücher/Filme gesehen.

Natürlich ist das Bild, das Grey vom “Dom” vermittelt genauso falsch wie die Darstellung von BDSM , SM, D/s generell. Schon klar. Tausenddrölfzig mal durchgekaut.

Trotzdem…Mehr als einer oder zwei von den Fans haben die Reise in Richtung kink angetreten. Oftmals sind es auch keine Einzelpersonen, sondern meist ( aber nicht nur ) junge Pärchen. Da geht die Spanne von ein paar Satinfesseln und Krawatten bis zur Schnupperstunde bei Profis im Studio.

Ich finde das irgendwie herzerwärmend. Ich weiß dass diese potentiellen Nixverstanden-Haber immer wieder kritisch beäugt oder auch amüsiert abgetan werden von den alten, “ernstzunehmenden” Hasen.

Vor allem wenn sie nach FSOG unter ihren Steinen rausgekrochen sind. Den “Makel” trage ich selber und durfte mir deshalb auch schon so einiges anhören.

Aber hey…

.. jeder muss mal anfangen und wer in die Materie ernsthaft einsteigen möchte, der verdient Respekt und halbwegs offene Arme. Zumindest solange er lernwillig ist und Rat auch annimmt.

Die meisten werden sowieso bei ein bisserl kinky fun im Schlafzimmer bleiben, und das ist total ok.Die müssen dann auch nicht viel verstehen und sich einlesen und lernen weil sie nie tief genug eintauchen werden in die Sache.

Und die – weit wenigeren – anderen Zeitgenossen werden sich eben langsam rantasten. Oft über Medien wie Twitter, zum Beispiel. Was übrigens auch kein Grund zum Belächeln und Veräppeln ist. So hab ich hier auch “angefangen”, Herrschaften, und schaut was aus mir geworden ist. 😉

Wie auch immer. Es gilt leben und leben lassen, und es hilft, die Sache nicht so verbissen zu betrachten wie manche Puristen des “ernstzunehmenden BDSM” es anscheinend tun.

Spass haben, Leute. Und man darf auch FSOG gelesen haben. Wenn man es stilistisch überlebt, ist alles gut. Lachen darf man auch. Wenn man nicht grad heulen muss. 😉😆

 

 

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Wieder mal mimimi ;)

Zehn Worte, die mich gestern innerlich aus dem Gleichgewicht geworfen haben. Ganz nebensächlich in WA fallen gelassen.

Hatte ich dir schon gesagt dass die Snake da ist?”

Ich wusste dass er eine bestellt hatte. Extra für ihn angefertigt. In dunkelrot, mit einem Bleifaden als Kern wenn ich das richtig verstanden habe. Was nichts Gutes verheißt.

Ich habe das Foto gesehen. Sie ist wirklich wunderschön.

Sie ist allerdings unter Garantie auch SEHR giftig.

Und das macht mich… was eigentlich?

Unterschwellig panisch. Hibbelig. Ängstlich. Geil.

Ich weiß inzwischen dass die Anderen alle nur spielen wollten. Und dass ER nicht spielt.

Er hat bis jetzt auf mich aufgepasst und genau erkannt wie es mir geht und ob er aufhören muss oder ob er noch ein Stückchen weiter gehen kann.

Ich selber wäre niemals so weit gegangen, hätte ich die Wahl.

Hatte immer gedacht dass ich jemand wäre, der recht hart im Nehmen ist.

Und komme mit ihm jedesmal hart an meine Grenzen. Und auch der Weg dahin ist hart.

Gerten Stöcke Holzpaddles Krokodilklemmen Lederriemen…

Objektiv betrachtet mögen da noch ein paar Meilen Luft nach oben sein und es gibt sicher Leute, die nur milde lächeln würden.

Ich mag den Lustschmerz, vielleicht sogar deutlich mehr als gute 95% der Spanking-Posts-auf-Twitter-Schicker.

Ich habe aber nie behauptet dass ich eine extreme Painslut bin.

Über den Punkt an dem es keinen Spass mehr macht, sind wir längst hinaus. Die Züchtigungen sind ein Aushalten, ein Zähne zusammenbeißen, ein Dienen.

Oder?

Wenn sich nur nicht zwischen den Widerwillen vor dem was da auf mich zukommt und zwischen die Angst vor z.B. dieser Snake eine nicht zu verleugnende Geilheit mischen würde.

Mal ganz abgesehen davon dass ich einfach gerne mit ihm zusammen bin.

Das Wissen dass man so anhaltend und kunstvoll vertrimmt und gequält wird dass man Rotz und Wasser heult, löst einen Fluchtinstinkt aus. Der aber jedes Mal wieder überlagert wird von Neugier und Lust.

Der Kopf schreit nein aber der Körper, nein, die Pussy brüllt ja.

Ob sie auch noch so begeistert ist, wenn er die Snake auspackt….werd ich sehen.

Noch heute.

Ach ja. Da ist er wieder. Der Fluchtinstinkt. Und nicht nur der…🙈🙈🙈

 

 

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Wenn Dämme brechen

Tränen vergießen kann man aus vielen verschiedenen Gründen.

Glück, Trauer, Enttäuschung, Mitgefühl, Frust, Wut, Rührung.

Schmerz.

Diese Tränen kenne ich, wie alle Menschen, schon mein Leben lang. Knochenbrüche, Stürze, schlimme Ohrenschmerzen….und was da sonst noch so kommt im Leben an Verletzungen, Krankheiten, Unfällen. Geburten. Oh ja, die haben es in sich.

Diese Tränen habe ich großenteils wegzudrücken gelernt. Man verdrängt den Schmerz, atmet ihn weg, steckt ihn in eine Schublade und macht sie zu, beißt die Zähne zusammen und heult nicht.

Problematisch wird es, wenn man seelischen Schmerz oder Verletzungen, Enttäuschung, Frust, sogar Hass…genauso versucht, wegzudrücken. Womöglich jahrelang. Nur nicht heulen, stark sein. Krönchen richten und weiter.

Das macht einen garantiert irgendwann krank, weil der ganze negative Stress und der Druck sich früher oder später manifestieren. Manche altern schneller, bei manchen geht’s auf den Magen, bei manchen vielleicht auf den Darm. Die Haut. Das Immunsystem. Die Nerven. Oder man wird seelisch krank.

Bei mir war es – unter anderem –  mit den Jahren so weit dass ich praktisch nicht mehr weinen konnte. Da kam nix mehr, und wenn, dann einmal feuchte Augen und gut. Ich habe mir durch zwanzig Jahre eines Lebens hindurch, das nach außen Sonnenschein war und nach innen oft mondlose Nacht, einen so dicken emotionalen Panzer zugelegt, dass ich da drin fast erstarrt war.

Gut. Alles sehr tiefenpsychologisch heute. Schwenkt die Frau jetzt mal noch in Richtung BDSM oder war’s das jetzt? 

Geduld. Kommt schon. Das wird jetzt “laut nachgedacht” hier…

Seit einiger Zeit schon stelle ich fest dass wohldosierter Schmerz, in Verbindung mit Lust zumindest, noch ganz andere Qualitäten hat.

Fokussiertheit. Gedankenberuhigung. Lebendigkeit. Etwas sehr Befreiendes.

Man fängt ja nicht auf 100% an sondern merkt mit der Zeit was einem gut tut. Wieviel man aushält. Und man merkt dass man nach dem Spiel, den Züchtigungen, vielleicht den Erniedrigungen, irgendwie zufrieden, ruhig, zentriert ist. Das kann man ausprobieren, und im Spiel steigern und antesten.

Ein wirklicher Schuh wird da erst daraus, wenn man einen guten Herrn findet, der nicht spielt. Sondern es – wenn ihm eben der dafür nötige Mix aus Dominanz, Sadismus und Erfahrung zueigen ist – schafft, einen wirklich bis an die Grenzen zu bringen und gleichzeitig ein Gespür dafür hat wann Schluß ist. Und einen jederzeit auffängt. Nicht nur draufhaut und ab und zu fragt ob’s noch geht, weil er die Zeichen eh nicht lesen kann. Sondern die Beziehung mehr Tiefe bekommt. Er den Menschen mag. Im Idealfall, liebt.

Dann wächst die Befreiung und die Ausgeglichenheit und die Zufriedenheit, mit der man in sich ruht, exponential zu den vergossenen Tränen.

Und der Panzer bricht auf. Ich habe beim letzten Treffen mit meinem Herrn Rotz und Wasser geheult. Mit der wachsenden Intensität der Schläge und dem Wechsel von für mich nicht so schlimmen Utensilien zu den deutlich gemeineren Sachen, wie Dressurgerten oder Stöcken, kommen die Tränen schnell und intensiv. Ich war selbst erstaunt, und fast schon erschrocken, wie schnell ich harte Nuss am Heulen bin. Wenn die Anzahl zunimmt. Die Wucht. Erniedrigungen dazukommen, die man nicht kinky grinsend wegsteckt. Das wird dann noch verstärkt von jeder Art zärtlicher Berührung zwischendurch. Zuckerbrot und Peitsche. Ein sanftes Streicheln über den glühenden Arsch und es kommen noch mehr Tränen.

Wenn man sich nicht nur körperlich, sondern seelisch nackt macht und komplett ohne Kontrolle oder Willen ist in dem Moment. Dann brechen Dämme.

Besonders krass war dieses Gefühl als er mir irgendwann während eines harten Ficks sagte, ich sollte in seine Augen schauen, während er ganz zart und liebevoll mein Gesicht mit seiner Hand streichelte. Gefolgt von ein paar saftigen Ohrfeigen, die wohldosiert waren im Hinblick auf ein Alltagsleben ohne sichtbare Spuren, aber trotzdem noch mehr Tränen brachten. Und der Frage ob das hier immer noch was für mich sei. Ja, ich weiß dass das meins ist. Dass ich das brauche, genau so.

Es war schön, danach gehalten, gestreichelt und geküsst zu werden. Ich kann nach wie vor nicht erklären warum ich so bin und warum ich das brauche. Nicht mal mir selber. Ich weiß nur dass das hier gute Tränen sind. Guter Schmerz. Und dass sie beruhigen, stärken, befreien, ausgleichen.

Dass der Panzer weg ist und ich mich so lebendig fühle wie schon lange nicht mehr.

Vielleicht ist das der Unterschied zwischen Spielen und echtem Ds. Dass man sich nicht nur körperlich gut fühlt hinterher, oder kinky, oder eben frisch gefickt.

Sondern seiner Seele damit was Gutes tut.

Und das muss man ja vielleicht auch gar nicht verstehen, sondern nur annehmen können.

 

 

 

 

 

 

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