Weihnachtsgedanken

Hier sitz ich nun bequem auf meiner Couch, warm eingemummelt, mit Kaffee bewaffnet, und scrolle durch mein Weihnachtstwitter. Und sehe viel Witziges, viele gute Wünsche, Tausend Fotos vom Weihnachtsmenü…und immer noch tonnenweise Streit und politische Statements – rechts wie links, USA oder hier – die einen im Strahl kotzen lassen können.

Um Carrie Fisher wird nur so ein Aufstand gemacht, weil sie Jüdin ist. (US tweet)

Dann haben sie es in diesem Nazi-Nest Augsburg wenigstens etwas unbequem heute. ( GB twt zur Fliegerbombenentschärfung)

Merkel muss weg, alle raus. Auf der anderen Seite wird ein Twitterfreund zum Rassisten abgestempelt weil er es wagt zu sagen, dass eine Feststellung von Identitäten bei der Einreise keine schlechte Idee gewesen wäre.

Und dazwischen schlagen sich die Trumpanhänger und die Trumphasser  (die noch lange keine Clintonfans sein müssen) immer noch tot, und werden das auch noch die nächsten 4 Jahre tun. Bis entweder auch der letzte Kleinverdiener am Arsch von Amerika rausgekriegt hat, dass es einen Club von Milliardärs-Spezln nicht die Bohne interessiert, ob es IHM gut geht, oder bis Trump den Karren an die Wand fährt.

Und die Religionsfanatiker überall tun das, was sie seit Tausenden von Jahren am besten können. Öl ins Feuer gießen und Zwietracht sähen.

Die Krone setzt allerdings ein gewisser Adam (Twitteradresse @omgAdamSaleh) der Blödheit auf. Schon mehrmals durch sogenannte “hoaxes” aufgefallen, findet er es lustig, eine erstunken und erlogene Diskriminierungsstory über seinen von ihm provozierten Rausschmiss aus einem US Flugzeug online zu stellen, und erweist damit Moslems auf der ganzen Welt einen Bärendienst.

Können wir als Menschheit, so im Ganzen, vielleicht auf einen Minimalkonsens einigen? Wenigstens zu Weihnachten, aber idealerweise das ganze Jahr durch?

Wir benehmen uns alle einigermassen ordentlich, weil wir ja schließlich die Krone der Schöpfung sind, und man davon oft recht wenig sieht.

Wir schmeißen ehrlich bedürftigen Leuten nicht die Tür ins Gesicht, vor allem wenn wir in Reichtum schwelgen. Ja, Rest von Europa. Euch mein ich.

Wir machen unseren Planeten nicht weiter vorsätzlich kaputt weil wir bzw unsere Kinder sonst ….am Arsch sind, schlicht gesagt.

Wir bestehen nicht auf einem nicht existenten Recht dass UNSERE Religion die einzig richtige ist, und UNSER Gott der einzig echte. Vor allem weil wir alle nicht wissen ob es da überhaupt was “Höheres” gibt. (Falls ja, dann ist es wohl nicht sehr aktiv. Oder kotzt nur still vor sich hin und schämt sich für einen schiefgegangenen Versuch).

Ansonsten gibt es da nen Spruch : “Was du nicht willst dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.”

Ganz unparteiisch. Total unreligiös. Und doch so wahr.

In diesem Sinne, ich bin froh dass ich hier bzw auf Twitter Freunde und Bekannte habe, die ihr Hirn zum Denken nehmen.

Drück Euch, und frohe Weihnachten ❤😘

 

 

 

Standard

Die Maske

Gestern kam die neulich erworbene “Submission Mask” zum ersten Mal zum Einsatz. Ich war ja beim Stöbern im Internet neulich drüber gestolpert. Im Endeffekt eine erstaunlich preiswerte, recht luftdurchlässige, weiche, dünne Balaclava mit Reißverschluss hinten, und ohne Aussparungen für die Augen sondern nur mit freigelassenem Mund. Sie erinnerte zwar etwas an Hinrichtungen, aber hatte auch irgendwie was.

Oh ja, sie hat wirklich was.

Abgesehen davon, dass Frau sich aufwendiges Make-Up und Frisur sparen kann, geht es um mehr als nur “dunkel”.

Es bleibt etwas Restlicht, was aber mit einer zusätzlich über die Augen gezogenen Lederbinde schnell “ausgeknippst” wird. Mit dem dicken, stabilen Lederhalsband zusammen ist der ganze Bereich oberhalb der Schultern ins Geschehen involviert.

Das Meiste tut sich aber in der Wahrnehmung. Vor allem von sich selbst. Ich kann noch alles hören, aber nur noch raten, was da gerade raschelt, was mein Herr in der Hand hält, was als nächstes kommt. Wenn das Fesseln oder Fixieren dazukommt, bin ich völlig ausgeliefert. Das Kopfkino rotiert geradezu in epischen Weltraumschlachten. Jede Handlung, jeder Schlag, jedes Streicheln, ist eine Überraschung.

Das erreicht man mit einer ordentlich abschließenden Augenbinde vielleicht auch noch. Hier geht es aber um mehr. Ich bin mir in jeder Sekunde des Mundlochs bewusst, und was Er damit alles anstellen kann, während ich als Person praktisch verschwunden bin. Gesichtslos. Was ich noch bin mit dieser Maske, ist Sein gefügiges, devotes Fickstück, zur Benutzung wie es Ihm gefällt. Und DAS macht (zumindest bei mir, mit meinem kleinen humiliation fetish) einen Riesen-Unterschied. So kann ich mich viel besser hingeben, komme besser dahin wo ich im Kopf sein will, kann mich aufs Fühlen und aufs Dienen konzentrieren.

Wenn dann noch der Knebel zum Einsatz kommt, und ich beim Ficken am Halsband nach hinten gezogen werde, was den Hals logischerweise etwas beengt, dann ist das vielleicht der körperlich bewegteste Moment der Woche, aber die Ruhe und den Frieden im Kopf kriege ich sonst nirgendwo.

Zentrieren. Loslassen. Auftanken.

Unbezahlbar.

 

 

Standard

2 in 1

No this is not about a threesome or whatever else.  😉

Since my last two posts were written in German and some English speaking D/s folks might have to resort to the horrors of Google Translator…I thought I’d best quickly sum them up without a bunch of twisted translations.

Well..the first post “Verwirrung” was written only a day after a first play date with a new Dom. Reading it now, it’s easy to see it was written in a state of shock, basically.

Shock, confusion, sadness, doubt, fear, concern, frustration, some very basic feeling of disgust against myself. The confusion being the worst part.

He is my best match. He is the only one that I could fall for with my heart. He is what I wanted. This was consensual. Still… I hadn’t expected to be made to do all the “horrible” things, even if I should’ve known better. I didn’t expect this kind of pain. So… can  I do this? Do I want to do this? Can I go on? Do our styles and goals match at all? Will they ever? Rotating questions. No answers yet. Not for days. Just plenty bruises on the outside and on the inside, too. I’m talking about my heart, you perverts 😉

Too hard? Too much? Too soon? Too sadistic for me?  No limits, really, except for animals, kids, illegal stuff…

What the fuck was I getting myself into here? I’m the classic sub type. Leather restraints, floggers, silver clamps,jewelled plugs, crops, rope, lingerie. This guy raids the fucking DIY stores for all kinds of atrocities ffs! And believe me, Mr Grey’s cable ties are the very least of your worries when a real life sadist feels like shopping.

Anyway, this is where post no 2, “Grenzverschiebungen” starts. This is like a review almost 2 weeks later. And a lot of things changed, day by day. Mainly in my head.

A hell of a lot of thinking was done. Talking. To my dominant/sadistic friends online, and to HIM. The things I was made to do were no limits anymore. Was that bad? From day to day they looked less repulsive. Then..no big deal anymore. He is a total gentleman. He is intelligent. He is experienced. He did not harm me, really, looking back. He did shake me in my foundations though. But isn’t that what I wanted?

Shouldn’t I give him some credit, since he may have a plan? Shouldn’t I see what will be next? Not give up as soon as things don’t go in an expected direction, or as soon as they REALLY mean giving up control? After all, he had said I’d learn to love what I so far hated. And I noticed that 2 weeks later, there was a hint of arousal mixed in with the disgust already.

And after all, I’m curious. And stubborn.

So I DID go back and am happy I did by now. If I hadn’t gone back, I would’ve never found out that , at least for HIM, I can do some things that I had never even wanted to think about. That I am strong and brave. That I can endure. And that he offers much more than just one side of him.

The man can be soft and caring. Knowing this now, I can take him when he isn’t, too.

Wherever this may still take us..

 

Standard

Grenzverschiebungen

Manchmal ist es eben doch gut, nicht seinem ersten Bauchgefühl -oder nennen wir es vielleicht besser Fluchtinstinkt- nachzugeben, sondern eine Sache nochmals objektiv zu betrachten, nachdem der innere Sturm sich gelegt hat. Was allein schon gute drei Tage gedauert hat.

Und darüber zu reden. Offen und ehrlich. Das ist im Übrigen etwas, was ich an D/s extrem schätze. Für mich gibt es fast nichts Wichtigeres als Kommunikation. Ohne Angst davor, vollgeschmollt, absichtlich missverstanden und verurteilt zu werden. Das ist mir in meinem “alten Leben” jahrelang passiert und das ist für mich heute ein K.O.-Kriterium in einer Beziehung, egal ob Spielbeziehung oder mehr.

Nun ja. Ich habe mich mit einigen dominant-sadistischen Twitter-Freunden ausgetauscht (ja, sind hier tatsächlich nicht alles nur fakes und wannabes) und natürlich vor allem mit IHM.

Ich bin auch nicht der Typ, der die Flinte vorschnell ins Korn schmeißt. Vor allem nicht wenn so viele Puzzleteile passen könnten, wäre da nicht….

Ja, WAS eigentlich? Was war es eigentlich GENAU, das mich so aus dem Gleichgewicht geworfen hat?

War es die Situation an sich? Waren es die Schmerzen, die intensiver waren als zuvor gewohnt? (aber, nüchtern betrachtet, war da nichts was nicht doch einigermassen auszuhalten war. Eigentlich.) War es die Intensität des Spiels? Die Tatsache, dass mein de Sade (so nenne ich ihn insgeheim, für mich) anders spielt und eine ganz anders befüllte Spielzeugschachtel hat? Nervosität? Oder das knallharte Begehen und Verschieben meiner Grenzen an mehreren Stellen gleichzeitig, womit ich so schnell einfach nicht gerechnet hatte (aber vielleicht hätte rechnen müssen)? Ich konnte sie innerlich geradezu knarzen hören…

Wahrscheinlich war es die bunte Mischung, allerdings hatte ich an den heftigen Grenzverschiebungen am meisten zu kauen. Mein Verstand, die rationale Seite, war tagelang in einer Art Schockstarre über das was da passiert war.

Danach allerdings kam, zwischen Alltag, Arbeit, und stundenlangen WA chats mit ihm, langsam ein Wandel in meiner inneren Einstellung.

(Vielleicht sollte ich an dieser Stelle, zum besseren Verständnis, noch kurz Butter bei die Fische machen, was diese Limits eigentlich waren. Nicht dass noch einer denkt, ich finde mich zwischen Kindern und Schafen wieder.

Nun gut. So gern ich auch Analsex an sich mag, hatte ich immer einen mordsmässigen Horror vor Anilingus, rimming, und dem was auf Englisch “ass to mouth” heisst (und wofür ich auf Deutsch immer noch keinen Begriff gefunden habe.) Und vor NS sowieso. Weil….einfach…ohne Worte.

Den Rest, und warum ich tagelang total neben mir stand, kann der geneigte Leser sich ja denken.)

So, und da saß ich nun. Und überlegte. Und von Tag zu Tag war es in der Erinnerung irgendwie weniger schlimm. Dann irgendwann nur noch halb so wild. Und das war bzw ist genau der Moment, in dem der Blogeintrag “bedingungsloser Grundgehorsam” des werten Herrn  @Falbalus (Twitteradresse @EmEmBDSM ) ins Spiel kommt.

Waren diese Limits überhaupt Limits? Was sind Limits? Sind das einfach Dinge oder Handlungen, die einer Sub unsympathisch sind? Sind diese Dinge wichtig, aus guten Gründen? Sind sie frei wählbar? Oder sind das Dinge, die man sich nicht vorstellen kann oder will? Oder sind es einfach Dinge, die man nicht mag, oder salopp gesagt, auf die man keinen Bock hat? Tut man die dann auf ne Liste und der Dom hat sich dran zu halten und man ist aus’m Schneider? Ist das nicht fast schon topping from the bottom? Und ist DAS eigentlich Sinn der Sache?

Oder musste ich nicht einfach versuchen, ein bisserl Vertrauen in die Führungsfähigkeiten meines Doms zu haben? Was am Anfang sicher schwer ist, und erst mit der Zeit wächst. Trotzdem. Wenn es sich um einen bdsm-erfahrenen Zeitgenossen handelt, den ich als anständigen Menschen kennengelernt habe (und der, nicht ganz unwichtig, eine geradezu akribische Körperhygiene betreibt), sollte ich ihm nicht einen gewissen Vertrauensvorschuss geben, weil er ja eventuell einen langangelegten Schlachtplan hat, den ich aber nur sehe, wenn ich nicht weglaufe weil mir was nicht in den Kram gepasst hat?

Musste mir überhaupt alles gefallen, was da passierte? Wenn ich dieses Konzept leben will soweit es eben im “echten Leben” überhaupt geht, muss ich dann nicht einfach die Kröte auch mal schlucken? ( Naja, eine Kröte war es ja nicht, und die wäre auch wesentlich schlimmer zu schlucken gewesen als ein paar Schlucke recycelte Apfelschorle. ;))

Lange Rede kurzer Sinn, es wurde gegrübelt, gebrütet und geredet, und wurde sich hochgerappelt, das Krönchen wurde gerichtet und auf ging’s.  Zu IHM.

Ja, vielleicht war ich mutig. Vielleicht auch dumm. Aber mit vorschnellem Aufgeben hab ichs nicht. Und siehe da…mit der richtigen Einstellung und einer Portion gutem Willen (der übrigens von beiden Seiten ausging, denn er hat tatsächlich auch noch eine sanftere Seite 👍) sieht die Sache doch schon viel rosiger aus.

Man darf, vorsichtig optimistisch, gespannt sein wie es weitergeht…

 

 

 

 

 

 

 

Standard