Die Stimme im Kopf

Kennt ihr die auch? Diese Stimme im Kopf, die in nöligem, säuseligem Ton versucht, einem Hoffnungen, Dinge, auf die man sich freut, oder Pläne zu versauen?

Diese Stimme ist bei mir “ganz leicht” hyperaktiv seit ungefähr zwei Wochen. Ich verdränge sie notdürftig, aber sie setzt mir und meiner Laune zu.

Sie verfolgt mich, seit ER in meinem Posteingang in der SZ aufgetaucht ist. Und ganz anders war als die letzten geschätzt 100 Typen, die ich unlängst in einem Blogeintrag hier beschrieb.

Eine ganz normale, höfliche Mail. Mit FOTO. Einfach so. Ohne Bitten und Betteln und Geheimniskrämerei. Eine nette Convo, ohne Möchtegern-Dominanz-Allüren und die typischen Blödheiten. Infos über sich, ohne alles aus der Nase gezogen zu kriegen. Anders eben. Wenig später WhatsApp. “Damit ich von der SZ runter kann”. (Und er war seitdem dort auch nicht mehr online. Ich hab geguckt 😉)

Seitdem sind ca. 2 Wochen vergangen, und er ist immer noch da. Bzw, wenn er mal über nen Tag nicht da ist, dann ertappe ich mich dabei, wie ich mir Gedanken mache, ob er nicht vielleicht doch abgesprungen sein könnte. Keinen Bock mehr. Was besseres gefunden. Ohne Schwabbelschenkel, Dehnungsstreifen und Zeitmanagmentproblem. Wahrscheinlich jünger, schlanker, unkomplizierter, hübscher.

Weil, er wird plötzlich still, wie die anderen Typen, die nur ficken wollten und denen ich zu arbeitsintensiv und kompliziert war. Oder zu dick. Oder nicht dick genug. Oder zu fordernd. Oder nicht maso genug. Oder….*seufz*

Und ich HASSE dass ich das tue. Dass ich so mißtrauisch bin. Überall Gespenster sehe. Mich immer einbremse. Weil es halb so wild ist, wenn’s nicht klappt, solange man nicht voll mit dem Herzen dabei ist.

Wobei mir das schon schwerfällt. Weil der Kerl – zumindest hypothetisch und vorausgesetzt, die Angaben und Selfies stimmen-das ultimative Ideal für mich darstellt.

Äußerlich genau meine Kragenweite. Groß, stabil gebaut aber nicht dick, blaue Augen, etwas grau meliert. 48. Intelligent und zwar versaut wie Tier, aber mit Niveau. Single. Fast 20 Jahre Bdsm-Erfahrung. Endlich einer, dem sub nicht sagen muss, wo’s langgeht. Keine versteckte Ehefrau, keine bereits vorhandene Erst-, Zweit-, Drittsub, keine Kids. Will auch keine. Das ist wichtig, denn ich habe definitiv fertig. Guter Job. Haus mit einem komplett eingerichteten Spielzimmer, so top ausgestattet, dass jedes Bdsm-Studio vor Neid erbsengrün wird. Gestrichen in…rot. *kicher* Und das Haus steht grade mal gute 30 Autominuten von meinem entfernt. Und er hat so ziemlich dieselben Vorlieben und Kinks wie ich.

Was ja nicht unerheblich ist. Denn natürlich kann man Dinge tun (müssen) und lieben (lernen) , die man nicht toll findet, oder anfangs nicht leiden kann. Aber mit einem, der DDlg macht und/oder age play, und Mädels mit Schnullis und Lätzchen und rösa Kuscheltieren ficken will, gäbe es keinerlei gemeinsamen Nenner. Im Gegenteil, die Mutter einer Tochter in mir würde dem wahrscheinlich dermaßen die Hammelbeine langziehen, dass wir das Thema wohl besser nicht weiter anschneiden. *wutschnaub* Oder einer, der auf Militärkrempel, Bunkergefängnisparties und Gasmasken steht, und ich fänden auch keinerlei Berührungspunkte.

Aber ER? Hach. 😍. Fixierungen. Bondage. Das gute, klassische Handwerkszeug anstatt dauernd dieser Baumarktkrempel Marke Eigenbau. Bock. Bank. Kreuz. Käfig. Wachs. Eis. Klammern. Und ein ausgeprägtes Faible für Vorführung, Parties, und Fremdbenutzung, von Einem bis Mehreren. Immer unter seiner Aufsicht und immer nur nach seiner Anweisung. Nix Verleih ohne sein Beisein. Also….ein Traum. Für mich zumindest.

Tja. Und eben deshalb, WEIL so ungefähr alles passt, was passen muss, würde es mir so dermaßen stinken wenn das nix wird, dass ich hundert Mal am Tag aufs Handy gucken muss und mit nem Gesichtsausdruck wie der Esel von Winnie Pooh rumlaufe, wenn er zu lange weg bleibt. Könnte ich’s nur endlich hinter mich bringen und mit ihm nen Kaffee trinken und sehen, ob es sich real life gut anfühlt und man noch einen Versuch wagen kann, vielleicht doch die Nadel im Heuhaufen gefunden zu haben. Oder wenigstens Bescheid weiß, sein Herz hinter eine hohe Mauer rettet, und weitergeht.

Seufz. Wenn er sich verdammt noch mal meldet nach bis jetzt 33 Stunden Stille, dann schlag’ ich das vor. So halbe halbe und unsicher wie bis jetzt…Das hält ja keine Sau aus. So oder so werde ich dann endlich dieses mißgünstige kleine Aas in meinem Kopf los.

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5 thoughts on “Die Stimme im Kopf

    • Hat es nicht. Stimme hatte Recht. Ist leider oft so. Deshalb kotzt es mich ja so an, wenn ich sie “höre”. Weil das Miststück so ein gutes Bauchgefühl hat. Oder, besser gesagt, das Bauchgefühl IST.

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      • Schade und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Ich habe richtig mitgebangt und GEHOFFT das du deine “Stimme” bekommst.
        Und anbieten geht garnicht, das hieße ja auch sich völlig aufgeben.

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