Status Quo

So. Zeit für ein paar Gedankengänge.

Wo stehe ich in Bezug auf meine Beziehung? Bzw das BDSM- Element darin? Wie fühlt es sich an? Wie fühle ich mich dabei?

Gut. Sehr gut sogar.

Die üblichen Unsicherheiten sind natürlich immer da. Sonst wäre das ja nicht ICH. Die nölende Stimme im Kopf. Du bist zu dick, du hast Narben und Dehnungsstreifen usw und wie sollst du das verstecken wenn du nackt und gefesselt bist? Du bist ihm sicher zu mimimi mit deinem andauernden Mimimi. Du hast zu wenig Zeit für ihn mit deiner doofen Arbeit.

Usw usw usw usw….

Ich versuche, wie gehabt, der Stimme das Maul zu stopfen, und das klappt ganz gut. Geht ja eh alles in mir drin vor sich. Unsichtbar. Das gute alte “over thinking” halt. Darin bin ich nach wie vor Weltmeister.

Ansonsten? Ich genieße die Zeit bei bzw mit ihm. Die emotionale Nähe, die Gespräche, die Offenheit, die Abwesenheit von Druck und Erwartungshaltung.

Das Vertrauen.

Ich glaube auch zu bemerken dass er versucht, mich immer wenn wir uns sehen, erst mal aus meinem alltäglichen Hamsterrad rauszukriegen und zum Durchschnaufen zu bringen.

Dieses “reinrennen-ausziehen-los geht’s” gibt es nicht und das ist schön. Ich denke auch, er freut sich jedes Mal auf mich so wie ich mich auf ihn.

Und es ist schön, sich eben NICHT nur zum Spielen zu treffen. Dieser Teil ist zeitmäßig ehrlichgesagt meist der kleinste.

Aber auch dieser Teil ist super. 😉

Er macht das genau richtig. Beständig und durchaus fordernd aber ohne Brechstange. Zieht das durch was er möchte aber gibt mir Zeit mich daran zu gewöhnen. Er ist nicht auf der Flucht, und ich definitiv auch nicht. Es gibt keinen Zeitplan und der Weg soll das Ziel sein.

Ich weiß, dass er so ziemlich alles gesehen oder getan hat, was man sich vorstellen kann (oder sich gar nicht vorstellen will MIMIMI 😂), dass er auf Erniedrigungen steht, und dass der Sadist in ihm nicht grad winzig ist. Aber damit komm ich klar.

Weil…..VERTRAUEN eben.

Ich habe, wie der geneigte Twitterfollower mitbekommen haben könnte, ja kein Safeword. Und bin dem ausgeliefert, was er sich ausdenkt. Da gibt es kein Neinsagen und keine Liste mit irgendwelchen Limits, die ich vorbringen oder verlangen könnte. Mal abgesehen von ein paar Dingen die er einfach nicht mag. Und sie deshalb nicht tut. Und ich sie deshalb eben auch nicht tun muss.

DASS ich ihm vertrauen kann, war von Anfang an klar. Ich weiß noch dass er mich bei unserer ersten Session in seiner Wohnung zwar nicht gefesselt hat, aber mir doch die Arme von hinten an den Körper presste. Und seine Hände an meinem Hals waren und seitlich zudrückten. Panik? Angst? Fehlanzeige. Obwohl das gar nicht meine Art ist. Sondern das Gefühl dass ich ihm vertrauen konnte. Er hat mich auch auf die Sekunde genau dann aufgefangen als mir schwarz vor Augen wurde.

Eine tolle Erfahrung.

So wie er mit seiner ruhigen aber bestimmten Art meine Grenzen testet und beständig immer ein kleines bisschen verschiebt, bringt er mich langsam aber sicher dazu, Dinge zu tun, die ich nie nie nie tun wollte.

Und nicht nur das. Irgendwann macht es *klick* im Kopf und man fängt an, diese Dinge nicht mehr nur zu tun weil man eben eine gute brave Sub sein will, sondern sie ein klitzekleines bisschen zu mögen. Und irgendwann geil zu finden.

Genauso verhält es sich mit dem (Lust)Schmerz. Er achtet immer auf mich. Aber bringt mich auch fast jedes Mal an den Rand der Verzweiflung. Und ich hasse es wenn es so weh tut und ich es weder selbst stoppen noch nein sagen kann. Aber man will gefallen. Und dann arrangiert man sich damit dass es eben so kommt wie er das will. Und dann merkt man dass man stolz wie Oskar ist dass man sich durchgebissen hat. Und dann merkt man dass man sich paradoxerweise nach ein paar Tagen auf *mehr* freut.

Bei ihm. Für ihn. MIT ihm.

Obwohl man es ja hasst. Abgesehen davon dass man pitschnass wird davon.

Tja. Der Zuckerbrot- und -Peitsche – süchtig-mach-Dom-Trick. 😉 Es läuft, würde ich mal sagen.

Genau wie Erniedrigungen. Ohrfeigen. Anspucken. Die kleinen dezenten Schubser in Richtung NS.

Man fängt an, all das nicht mehr grausig zu finden. Oder vielleicht sogar zu mögen. Manches davon sogar sehr, in der jeweiligen Situation und mit durch Geilheit vernebelten Sinnen.

Aber nur gaaaanz insgeheim. Natürlich. 😂

 

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