Die Sache mit dem Masochismus

Vor einigen Tagen las ich den hervorragenden Blogeintrag von der lieben “devoten Romantikerin” zum Thema ‘Masochistinnen’. Daraufhin hab ich mir den letzten Tagen immer mal wieder überlegt, wie das denn bei MIR ist. Warum ich wohl maso bin. Wie sehr. Was mich antreibt. Was mich durchhalten lässt.

Hmm. Warum ich so bin? Keine Ahnung. Ein einschneidendes Erlebnis, das irgendwie geprägt hätte, gab es nie, denke ich. Ich hänge eher der Theorie an, die besagt, dass bei manchen Menschen die meines Wissens sowieso schon dicht beeinanderliegenden Zentren für Lust und Schmerz im Gehirn irgendwie besser verkabelt sind als bei Menschen, denen diese Liebe für den Lustschmerz eben fehlt.

Wobei ich Schmerz ohne den Kontext der Lust nicht mag. Schmerz an sich gibt mir gar nichts. Erst wenn das Ganze in einer Ds-geprägten Situation geschieht, und eben geschieht, weil ER das so will, dann wird ein Schuh daraus. Die Gesamtsituation, das Gefühl des Aushalten-müssens, des Dienen-müssens, bzw des Dienen-wollens, muss stimmen.

Deshalb glaube ich auch, dass mich kein “Selbstzerstörungsgen” antreibt.

Sondern eher meine Geilheit, weil Schmerz und Lust zusammen eben eine explosive Mischung sind, die zu gewaltigen Orgasmen führen. Die einen süchtig nach mehr machen. Das gute alte vermaledeite Belohnungszentrum eben.

Und meine Neugier, wie weit der Geist den Körper pushen kann, wenn es kein Entkommen gibt.

Und das Gefühl des Stolzes, wenn man es wieder weiter geschafft hat, und noch tagelang von den Spuren zehren kann. Die einen an die Session erinnern, und wieder stolz und geil machen. So schließt sich der Kreis.

Die Triebfeder dahinter dürfte meine Devotheit sein. Ich will ihm gefallen. Ich will dass er befriedigt wird. Auch den Sadisten in ihm will ich befriedigen so gut ich kann. Ich will dass er stolz auf mich ist.

Diese Devotheit ist es auch, die mich versuchen lässt, noch vollends mit zusammengebissenen Zähnen durchzuhalten, auch wenn sich meine Masochistin – die seinem Sadisten wahrscheinlich nicht ebenbürtig ist und es vielleicht auch nie ganz sein wird – schon längst verabschiedet hat.

Obwohl ich gar nicht sicher bin, ob sie wirklich Tschüss gesagt hat. Denn auch wenn der Kopf “es reicht hör endlich auf das tut WEH du A****” schreit, so schwimme ich trotzdem fast weg. Das ist nicht wegzuleugnen. Also versteckt sich das kleine Miststück höchstwahrscheinlich nur irgendwo in der Nähe.

Und man muss ja nicht alles verstehen, schließlich.

 

 

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*Patsch*

*Patsch*!!! Mein Kopf dreht sich durch den Schlag zur Seite. Ich blinzele kurz, schließe die Augen wieder, und erwarte die nächste Ohrfeige. Sie tut weh, aber nicht übermäßig. Eher ein Brennen gefolgt von Wärme.

Trotzdem kommen mir die Tränen. Er streichelt mein Gesicht. Fährt mit seinen Fingern ganz leicht über meine Wangen, zart, liebevoll. Verteilt mit den Fingerspitzen die Tränen auf meiner sich rötenden Wange. Er nimmt sich Zeit. Erkundet mein Gesicht, beobachtet meine Reaktion.

Ich schmiege meine Wange in seine Handfläche. Mehr Tränen. Sie tropfen auf seine Brust, seinen Bauch. Er ist unter mir, in mir, bewegungslos, füllt mich aus, und hält meinen Kopf in seinen Händen.

Den Kopf, in dem sich die Gedanken überschlagen. Ins Gesicht schlagen. Wie kann ich etwas brauchen, das vermeintlich so falsch ist?

Seine Hand berührt nicht mehr meine Haut und ich weiß dass die nächste Ohrfeige sicher gleich k…*Patsch!!!* Mehr Tränen, mehr Zärtlichkeit, ….einfach mehr. Von all dem was ich brauche.

Bitte, mein Herr.

 

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Selbsternannte Polizisten

Ich lese sie immer wieder, die wütenden Tweets zum Thema “Tweetklau”, und die Streits darum, und die Empörung über vermeintliche Diebe.

Ich verstehe ja, dass einer es blöd findet, wenn ein anderer “seinen” Tweet übernimmt und postet. Vor allem, wenn derjenige damit “erfolgreicher” ist., d.h. mehr Herzchen kriegt. (Das dürfte auch der eigentliche Grund des Unmuts sein, oder? Seien wir doch mal ehrlich. Bei der Obsession mancher Leute auf Twitter, Faves zu kriegen. Man könnte meinen, das sei deren Lebenselexir)

Aber mal im Ernst Leute. Wenn es euch soooo stinkt, dass irgendeiner einen Tweet postet, den er irgendwo gelesen oder gefunden hat in den Weiten des www, von dem ihr glaubt dass das EURER war…. naja.

Ich beziehe mich jetzt mal auf Ds / bdsm als Beispiel, weil ich davon halt am meisten in der TL habe.

Wisst ihr, ich lese ungefähr die gleichen Weisheiten, Posts, Sprüche, auf deutsch und englisch, gefühlte dreihundertdrölfzig mal pro Woche, auf 300 Accounts. Mal mit Bildchen (wem gehören eigentlich die Pornopics, die alle Welt auf Twitter postet? Und haben die Leute, die sich so entrüstet über “Tweetklau” aufführen, eigentlich die Urheberrechte für die Pussies die sie da posten?) und mal ohne Bildchen. Mal mit gif (habt ihr den Produzenten und das Pornosternchen auch brav gefragt?) und mal ohne gif.

Hat sich da einer je die Mühe gemacht, herausbekommen zu wollen wem der “gehört”? (denn es steht normalerweise nix dabei). Also, ich hab mir die Mühe noch nie gemacht. Warum sollte ich auch. Interessiert mich nicht. Ich denke mir ziemlich viel von dem Kram, den ich poste, selber aus. Fast alles. Aber wenn mir ein Spruch gefällt, dann kopiere ich mir den und poste ihn irgendwann erneut. Der kann von einem BDSM-Therapeuten sein. Aus einem Buch. Von Tumblr oder fb nach Twitter gespült. Von de Sade. Was weiß ich denn.

Dafür an den Karren fahren lasse ich mir ganz bestimmt nicht. Und wer meinen Freunden bzw meinem Herrn dafür an den Karren fährt, der kriegt das auch mit.

Lächerlich wird es dann, wenn Dritte, die mit dem “dreisten Diebstahl” eines “Originaltweets” überhaupt nichts zu tun haben, anfangen, Twitterpozilei zu spielen und, oft zusammengerottet mit irgendwelchen Kumpels, den vermeintlichen Übeltäter mit Fackeln und Mistgabeln versuchen, durchs Dorf zu jagen.

Ähm…sonst geht’s aber noch gut? Woher wollen denn diese Hilfssheriffs wissen dass der Tweet von Twitter übernommen war? Vielleicht hat den der “Dieb” ja auf Tumblr, fb, oder über Schlagwortsuche auf Google gefunden. Er hat ihn gefunden. Er hat ihn gespeichert weil er ihm gefallen hat. Es stand kein Wasserzeichen drauf, und kein Copyright-c dabei. Und schwupps. Re-post.

Oh. Wie. Schlimm. Jemanden daraufhin durchs Onlinedorf zu treiben, empfinde ich als grenzwertig. Vor allem, wenn der Tweet dem Mistgabelschwinger selbst gar nicht “gehört”. (Für eine Urheberrechtsverletzung müsstet ihr erst mal nachweisen dass das euer Werk ist und ihr die Rechte daran habt. Viel Spass dabei, wenn ihr das bei jedem Tweet durchziehen wollt.) Vor allem wenn das Ganze dann noch durch unsachliche und provozierende Subtweets garniert wird. Wow. Echt dicke Eier. Chapeau.

Das hat was von den alten, unterbeschäftigten, unsympathischen Querulanten, die vom Küchenfenster aus in Wohnsiedlungen mit dem Schreibblock und dem Fotoapparat auf der Lauer nach Parksündern liegen, die sie als selbsternannter, verlängerter Arm des Gesetztes aufschreiben und anzeigen können.

Also, bei allem Verständnis dafür wenn man “seinen” Tweet, oder einen, der sehr ähnlich ist, bei jemand anderem entdeckt….

Es gibt da draußen Hunderte von Millionen Accounts. Und sehr sehr viele (fast) identische Ideen über die Jahre. Und naturgemäß viele viele (fast) identische Tweets.

Bei 99.3% der Tweets und Bilder auf meiner TL gibt es keinen “Besitzer”.

Vielleicht sollte sich nicht jeder für den hypertalentierten, einzigen Goethe des BDSM halten, nur weil er mal nen Tweet zum Thema losgelassen hat. Das würde auch schon helfen.

Das echte Leben spielt offline. Wer online lieber Leute jagt für Tweets, die ihn gar nix angehen, der hat deutlich zu viel Zeit.

Ach ja: ich habe nicht vor, meine Meinung zu diesem Thema bzw diesen Blogbeitrag zu diskutieren. Aber das musste jetzt mal raus, denn es nimmt überhand und ist unsäglich.

 

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